Ecke insideMenschheitJetzt wo ich seit über zwei Jahren größten Teils draußen in der Natur bin und viele Alltagsklänge und Zivilisationsgeräusche nicht mehr auftauchen, kann ich die Naturgeräusche hören die sonst im Lärm untergehen. Sie sind sonst auch da, aber wir nehmen sie selten wahr, weil das Radio läuft, die Waschmaschine, der Computer oder Autos lärmen. Die Vögel singen trotzdem, der Wind pfeift auch, aber die Geräusche gehen unter. Die arme Natur wird in der Stadt schlicht ignoriert. Letztlich wird sie noch im Park vergewaltigt, indem tausend Leute sich auf die Wiese setzen, die nicht als Wiese wahrgenommen wird, eine Decke ausbreiten um der Wiese die Luft zum Atmen zu nehmen und Käfer platt zu sitzen, eine Grill auspacken und die reine Luft verpesten. Diese Leute gehen nicht in den Park um ihn zu genießen. Wenn es keinen Park gebe würden sie auch auf der Straße grillen. Sie grillen nur da, weil alle es tun. Wenn es dann mal eine Fliege oder Ameise gibt, die Erbarmen hat und diesen Menschen tatsächlich Aufmerksamkeit schenkt, obwohl diese sie nicht im Geringsten verdient haben. Dann werden sie verflucht und getötet. Kann man sich ein barbarischeres Verhalten vorstellen? Leute, die Tiere töten, weil sie sich gestört fühlen. Das ist das Letzte. Das Tier hat einem nichts getan, es lebt sein Leben in der Natur, die die Menschen vergewaltigen und wird dort getötet, weil es da ist. Ohne Grund. Diese Menschen dann nicht zu bewerten, fällt einem wirklich schwer. Und dennoch sollte man es nicht tun. Ich kann nur um das Tier trauern und es gleichzeitig bewundern, weil es sich so aufopferungsvoll geopfert hat. Es wollte uns vielleicht nur wachrütteln, uns mitteilen – hallo, wir sind auch noch da, willkommen in der Natur, wir sind eure Freunde. Aber nein, es wird getötet. Nicht daß die Menschen untereinander besser oder humaner miteinander umgingen. Nein. Da gibt es Amerikas Ureinwohner, die halt einfach mal verjagt werden und wenn sie sich wehren, weil das ihr Land ist, werden sie halt einfach getötet. Ist ja auch zu einfach. Problem gelöst. Elimination und fertig. Manchmal, wenn ich mit dem Rad auf der Straße eine Schnecke überfahre, überlege ich mir, wieso ich sie nicht rechtzeitig gesehen habe, denn die Schuld liegt auch hier bei mir. Das Rad ist genauso umweltfreundlich wie ein Auto. Durch die Schnelligkeit habe ich die Schnecke übersehen. Zu Fuß wäre das wohl nicht passiert. Mein Bedauern ist dann immer da, dem Tier gegenüber was nichts böses getan hat. Es hat die unnatürlich asphaltierte Straße überquert. Die Fliegen werden eingeschlossen und durch unsichtbare Barrieren in der Luft zu Tode malträtiert (Fenster) in dem sie tausendfach dagegen fliegen, denn sie sehen das Glas natürlich nicht. In ihrer Natur gibt es kein Glas. Die Luft ist immer durchfliegbar. Und so verenden sie, kraftlos auf dem Fensterbrett weil ihnen der Weg versperrt wird. Es ist eine Schande und ich fühle mich in allem schuldig, weil ich, obwohl ich die Natur respektiere sicher selbst schon viele kleine Tiere getötet habe, willentlich oder unwissend spielt dabei keine Rolle mehr. Das Schlimmste kommt zum Schluss. Der Mensch tötet Tiere, um sie zu essen. Das ist das Barbarischste was ich mir vorstellen kann. Es gibt sogar Menschen die andere Menschen töten um sie zu essen und das wird dann bestraft solange es nicht ein eingeborenes Volk ist, wo das zu Ritualen zählt oder dürfen die das auch nicht mehr, seit der weiße Mann alles zivilisieren will, was er zivilisieren kann? Hauptsache die Kontrolle über alles in der Welt erlangen. Nur nicht ein kleines Stückchen Erde sich selbst überlassen.Mein Fazit heißt in diesem Falle: Die Menschheit hat auf dieser Erde nichts verloren. Wir haben es nicht verdient hier zu sein, weil wir gar nicht wissen, was es bedeutet so eine schöne Erde zu haben. Wir sind uns dessen gar nicht bewusst und jede Zivilisation ist eine Krankheit, wogegen sich die Natur schwer wehren kann – sie versucht es dennoch mit Hurricans, Monsumen, Vulkanausbrüchen. Aber die Menschheit wacht nicht auf. An dieser Stelle eine Schweigeminute. Bewerte diesen Text |