ClavainAuf den GleisenZwei S-Bahnen fahren sich entgegen. Es gibt nur ein Gleis, also werden sie sich wohl oderübel an einem Bahnhof treffen. Das heißt nicht Händeschütteln sondern nur die Züge mal ruhen lassen. Der eine heisst Robert und ist wie der andere, Perry, schon jahrelang im ÖPNV unterwegs. Verkehr bezahlt ihnen alles. Sie sind Kinder der Verfügbarkeit und mobil machen gehört zu ihrem Handwerk. Robert erzählt von seinem Tag wie er dem Fahrplan Paroli bietet. Perry ist das auch schon aufgefallen. Beiden sind die Haltestellen ins Blut übergegangen. Praktisch pulsieren sie nur noch durch die Umgebung. Die mysteriöse Querverbindung oder eine verschwundene Station kann ihnen nur noch ein gequältes Lächeln abringen. Person im Gleis lässt sie selbst noch dem Tod eine Fahrkarte verkaufen. Nichts was sie noch berühren könnte, außer mal der Kaffee zwischendurch. Aber auch da nur Geschichten, die jeder nur so halb mitbekommen hat. Es muss was passieren, das ist beiden klar. Über Funk kommt, dass ein Wachmann schwer verletzt wurde. Aber ihr Intermezzo ist zu Ende, der Streckenabschnitt ist frei, keine Bummler unterwegs. Sie fahren der Gefahr davon, jedenfalls für heute. Trotzdem hält das Netz sie gefangen und das vibriert unmerklich und fordert Tribut. Mal ein Schwarzfahrer bei dem man rot sieht, der aber trotzdem stolz lächelt, dann klemmt ein Fahrrad beim Einstieg, die Rolltreppe ist kapputt, keiner hilft der Frau mit dem Kinderwagen. Sie sind längst zu Hause und warten dass ihr Leben Realität annimmt, so wie im Fernsehen, dem ewigen Vor- und Nachmacher. Aber schließlich gibt es Schlimmeres. Bewerte diesen Text |