Die Surfpoeten
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Aline

Am Anfang allen Seins



Am Anfang allen Seins,und nun wundern Sie sich bitte nicht,war:Die Wolle!
Jedweden Vermutungen und wissenschaftlich unbewiesenen Thesen zuwider begab es sich nämlich vor längerer als langer Zeit, dass unser lieber Herr Gott ein Wollknäuel in seine linke Hand nahm und mit der rechten den Faden aufrollte, um erneut und mit großer kreativer Konzentration Fäden zu mehreren unterschiedlich großen Knäuels verwickelte,um sie dann vor sich aufzuhängen.Wissenschaftler nennen diesen Vorgang den "Urknall" und haben doch keine Ahnung, wie wenig Wollfäden dabei ins Knallen gerieten. Vielleicht der eine oder andere Faden, ja vielleicht. Mag sein. Eines der Wollknäuele bekam den Namen Erde und ziemlich verliebt in seine Tätigkeit bestrickte, behäkelte, beflocht und befilzte unser lieber Herr Gott seine Lieblingsbommel. Es entstanden Blumen! Die im übrigen fertigte er zuerst und nicht zuletzt, wie Botaniker meinen. Eine Erdbommel voll von Häkelblumen und überdies in allen Farben! Dann Pflanzen, Bäume ,den Wind,Wasser und eine Sonne für alle Knäuls. Er strickte große und kleine Teddybären und Meerschweinchen, dann Füchse,Wölfe und Fische . Saurier filzte er und das dauerte sehr viel länger als die Strickentwürfe. Manches davon gelang ihm
sehr gut und er ward höchst zufrieden mit sich, aber manches misslang ihm tüchtig:Hyänen zum Beispiel oder
sehr hässliche Fische .Es ist kein Meister vom Himmel
gefallen,sagte er sich und ließ alles, was nun zufällig
entstand, auch zu. Bei den Häkelaffen allerdings schlief
er fast ein und ganz ausversehen entstand Lilly ,der
erste gehäkelte Mensch auf dieser Wollwickelerde.
Traurig saß sie auf einem wolligen Fussel und starrte
in die Himmelswolle , als unser lieber Herr Gott aus
seiner Schlaftrunkenheit erwachte. Er rieb sich
verwundert den Schlaf aus den Augen und erstaunte sich
sehr über seine ungewollte Schöpfung Lilly.
Behende erhäkelte er eine Fingerpuppe und gab ihr den Namen Adam.Lilly war hoch erfreut über den neuen Spielgefährten und sie tobten beide über den gewebten grünen Rasenteppich.Belustigt und fasziniert schaute Gott den beiden zu und hielt seine Arbeit nun für beendet.Das Lieblingsspiel der beiden bestand in ganz lieben Neckereien, bei denen sich beide an den Häkelfadenenden zupften.Gerade als unser lieber Herr
Gott sich einem Nachbarknäuel zuwenden wollte ,geschah es:Lilly zog dermaßen übermütig an Adams Faden, dass der Arme sich gänzlichst auflöste. Nichts als ein kleines Häufchen Fäden blieb von ihm zurück. Erbost darüber griff unser lieber Herr Gott nach Lilly und wickelte sie sich um den kleinen Finger, nahm Adams Reste hinzu und strickte nun aus Gründen der besseren Haltbarkeit erst Eva und dann Adam. So kam es, dass Eva aus der Wolle von Adam erschaffen wurde und Adam aus dem Garn von Lilly.Da unser Herr Gott sehr ordnungsliebend war, nahm er den Rest der ,sagen wir mal"Urknall-Wolle" und versteckte ihn in einem Baum getarnt neben anderen Wollknäuelen gleicher Größe,die er Äpfel nannte.Unordentlich herumliegen sollte er nicht im Reich Gottes und finden durfte ihn auch niemand.So wähnte er diesen Apfelbaum als den geigneten Ort des Versteckens.Er schärfte Adam und Eva ein, gar niemals von den Früchten dieses Baumes zu essen und übergab diese Wollerde den beiden mit den Worten:"Hiermit übergebe ich euch eure Wollknäuel-Welt und strickt sie so in euren Gedanken weiter, wie ihr sie haben wollt.Jedoch esst niemals von diesem besonderen Baum,sonst wird euch übel geschehen!Schnell erschuf er noch Wollschafe,Wollspinnen,und Wollbäume damit die beiden zur weiteren Gestaltung ihrer Welt genügend Wolle zur Verfügung haben.
Wie diese Geschichte ausging ,wissen Sie bereits.Eva nahm sich eine der Früchte dieses besonderen Baumes und griff zufällig nach dem Urknallwolleresteapfel!Auch der weitere Verlauf der Verstrickungen von Kain und Abel und ihre fadenziehenden Auseinandersetzungen sind Ihnen aus den theologischen Schriften bekannt.

Die Geschichte der Menschheit ist also in Wahrheit eine Geschichte der Wolle und nicht eine von Kriegen, wie fälschlicherweise angenommen wird.Als in den Volksparlamenten noch gestrickt wurde, gab es alternativ auch keine."Ach wie wollig wird mir ums Herz" ist eine alte überlieferte Redewendung.Schafwollewollken wurde im Laufe der Sprachgeschichte zu Schafwollken und im Neuhochdeutschen zu Schafwolken verkürzt.Die Anrede "Hochwollgeboren" betitelte ursprünglich gehäkelte Menschen aus bester (höherer)Wolle und veränderte sich zu "Hochwohlgeboren".Diese Abwandlung könnte durch einen simplen Abschreibfehler verursacht worden sein oder es wurde gewissermaßen sprachlich abgerundet.Bekannt sind auch die Wendungen:Zwei Menschen sind:"mit gleichem Garn gestrickt","gleich gewickelt",man weiß
nicht :"wie wer gewickelt ist"."Auf gleicher Wolllänge liegen."findet auch dort seinen sprachhistorischen
Ursprung.
Als die Strukturalisten jedoch begannen ,dem Wort "Wolle" das "O" gegen das "E" von "Energie" einzutauschen, wurde die Wolle zur Welle(der Energie,von dem das E abstammte).
Und nun hieß es in der Wissenschaft: am Anfang stand die Welle.Die Materie jedoch lässt sich nicht von Vokalen täuschen und durchsetzt auch weiterhin Materiewellen mit Wollfäden.In denen kann sich so mancher Mensch verwickeln!Besonders gefährdet sind natürlich Quantenphysiker, weil sie mit Wellen arbeiten müssen, die sie nicht sehen können.Liegen die Quantenphysiker horizontal in der Ebene,können sich die Wellen überlagern.Liegen sie vertikal und im Raum, können sie
ausgelöscht werden!Das ist nicht schön!!!Auch Quanten selbst können sich natürlich in den Wollwellfäden verheddern, weil sie voller Energie sind und nicht wissen wohin mit ihr.Es ist schwierig.Die Wissenschaftler sind sich nun auch nicht mehr so sicher
über die Verwendung der Fachbegriffe Energie-Wollwellenfäden oder Energiewell-Fäden (unter strukturalistischem Aspekt).Sicher ist nur:
Am Anfang allen Seins war die Wolle.Und die Erde ist eine Bommel.

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