None None(muschi)Jede dritte Pfütze an der ich vorbei gehe, sieht aus meinem Blickwinkel heraus wie ein Herz aus.Wir reimen viel zu selten.Badewanne reimt sich auf Kaffeekanne stelle ich fest als ich drin liege, Anne reimt sich auch auf Kaffeekanne, dabei muss ich weinen. Meine Tränen schaffen es nicht bis ganz nach unten, können sich nicht mit dem öligen Meer meiner Wanne vermischen. Sie bleiben fern, sind ganz weit davon entfernt auch ein Teil davon zu werden in dem ich bade. Die Kaffeekanne habe ich vergessen, dafür denke ich in meiner Wanne stundenlang an Anne. Ich erneure das Meer, renne sogar in die Küche, nackt, mir ist kalt, ich tropfe alles voll und hinterlasse Pfützen die ewig brauchen um zu trocknen. Ich brauche ja neues Öl, das es auch schön weich bleibt alles. Irgendwann bin ich so oft nackt und ölig triefend in die Küche gerannt, dass der Boden von der Wanne aus bis zur Flasche voll getropft ist, eine große Pfütze bildet und du wahrscheinlich pikiert schauen und den „muss das denn immer sein du machst ja hier nicht sauber Arschloch“ Slogan auf meine Leinwand projizieren würdest. Kalter Kaffe denk ich plötzlich, ich muss anrufen, ich muss jemanden anrufen, der vorbei kommt, Kaffee mit mir trinkt und über alles redet. Darüber wie es war darüber wie es hätte sein können und darüber wie es werden könnte und darüber wie es dann sehr wahrscheinlich sein wird. Als ich all das denke, nehme ich elektrisiert von meinem Zustand das Telefon. Der Hörer ist noch immer ganz fremd, seit dem das vorhin war, seit dem du weg bist, kommt mir alles so unbekannt vor. Meine Wohnung fühlt sich an, als wäre ich 4 Wochen verreist gewesen und als wäre irgendjemand in dieser Zeit hier gewesen, der was hinterließ, etwas fremdes, was ein anderes Licht auf alles wirft die Schatten verdreht, die Seiten vertauscht, es plötzlich heller ist und das Dreckige, Schäbige, Unakzeptable für mich sichtbar macht. Ich bin draußen, gehe spazieren mit Ziel, Mein Ziel ist der Bahnhof und ich würde am liebsten weg fahren. Ich will immer weg fahren. Schon als kleines Kind habe ich nachts an meinem Fenster gesessen, auf die B 96 gestarrt und gedacht „ich will auch in so einem Auto sitzen und ans Meer fahren, egal an welches, am liebsten an alle nach einander“ das dachte ich. Und ich sehe mich noch, als wäre es gestern gewesen, vor meinem schicken Gasaußenwandheizkörper hocken, den ich hasste, aber meine Eltern hassten den Ofen, seinen Staub, seinen Ruß, das Geschleppe, Gemache und Getue nur damit es warm wurde. Eigenhändig rissen sie unsere mokkabraunen, manchmal wunderbar in allen Farben schimmernden Kachelöfen raus. An diesem Tag war ich lieber nicht zu Hause, ich liebte diese Öfen und zog so schnell wie ich konnte irgendwann aus, in eine Wohnung mit Öfen deren Fugen, zwischen den Kacheln, ich dann ganz furchtbar schön pastelllilafarben anmalte. Herrlich, das machte einiges aus. Und nun lauf ich durch die Straßen, einer nicht mehr ganz so fremden Stadt und jede dritte Pfütze an der ich vorbei gehe sieht aus meinem Blickwinkel heraus wie ein Herz aus. An der Bushalte stelle, mit der schönen alten Linde, tropft der Regen von den Zweigen einen Heartbeat aufs Dach. Als ich in dem Bahnhofskiosk vor meinem Ziel, dem Weinregal, stehe sehe ich überhaupt nicht ein bisschen durch, ich will doch nur trocknen Rotwein, denk ich. Da steht sie neben mir, die Verkäuferin, sie empfiehlt mir einen wirklich günstigen Rotwein mit dem Kommentar „da ist sogar ein Liter drin und den kann man wirklich trinken, 3.49“ ohne mit der Wimper zu zucken, kaufe ich den Liter. Ich gehe weiter, bin da und ganz ruhig siehst du mich an, fast durch mich hindurch. Du bist glücklich, dass sehe ich. Dein Glück wird in diesem Augenblick auch meins und wir teilen es nicht, nein wir vervierfachen es geradezu. Du verdoppelst und ich verdopple, macht zwei plus zwei gleich vier, also sind wir jetzt unglaubliche viermal glücklicher als vorher, klingt logisch, oder? ana chillmaey. Bewerte diesen Text |